| Fokus 2009 |
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20 Jahre LSF-Das Jubiläumsprogramm - Retrospektive Monika Treut - Länderschwerpunkt DDR Gang Meeting-The Chubsters kommen nach Hamburg! - Two Steps Forward, One Step Back? (Süd-)Osteuropäisches Festivaltreffen - Resilience. Queers In Music Video 1979-2009 - Porn - 25 Jahr IKKF 20 Jahre LSF - Das JubiläumsprogrammUm unseren 20. gebührend zu feiern, gibt es in diesem Jahr mehrere Filme und Programme, in denen ein kleiner Blick auf unsere bewegte Geschichte geworfen wird.„Verzaubert“ (1993; lief bei uns 2000) führt uns zurück in die NS-Zeit und stellt uns 13 „verzauberte“ Frauen und Männer vor, die von ihren Romanzen, vom Schrecken des Nationalsozialismus, dem Rosa Winkel, dem Krieg und der Nachkriegszeit in Hamburg berichten. In „Paris Is Burning“ (1990, lief bei uns 1990) reisen wir nach Amerika; in die wildesten New Yorker Clubs der 80er-Jahre werden wir gezogen: Ganze sieben Jahre hat Jennie Livingston die schwule schwarze und Latino-Szene New Yorks begleitet. Ebenfalls in den 80er-Jahren spielt „Vera“ (1986; lief bei uns 1991), die Geschichte eines Menschen, der als Frau gesehen wird, aber als Mann leben möchte. Schlussendlich: „Costa Brava“ (1995; lief bei uns im gleichen Jahr). Nach den eindrucksvollen, aber auch nachdenklich stimmenden Einblicken in queere Geschichte etwas für die Lachmuskeln – Ana, eigentlich Tourguide in Barcelona, fühlt sich berufen, Komödiantin zu werden. Auf ihrem Weg dahin bleibt kein Auge trocken! Und um das ganze abzurunden beglücken wir Euch außerdem mit dem Kurzfilmprogramm „Analstahl und die Folgen. Kurzfilme zum Jubiläum“, in welchem sich die schönsten kurzen Momente der Filmtage versammelt finden. Programm 1: Costa Brava Programm 2: Verzaubert Programm 3: Paris Is Burning Programm 4: Analstahl und die Folgen. Kurzfilme zum Jubiläum Programm 5: Vera Retrospektive Monika TreutWenn es ums Jubiläum der Lesbisch Schwulen Filmtage Hamburg geht, darf eine große Persönlichkeit des deutschen Films nicht fehlen: Monika Treut ist eine treue Wegbegleiterin und Freundin der LSF seit ihrer Entstehung und nachdem sie im letzten Jahr als unser Gast die Filmtage eröffnet hat, widmen wir ihr in diesem, unserem Jubiläumsjahr eine Retrospektive mit drei ihrer wichtigsten Filme. Monika Treut hat seit mehr als 20 Jahren die feministisch-queere Filmwelt maßgeblich geprägt. Ihre Filme widerstreiten dem Mainstream festgelegter Geschlechterrollen. Es sind Grenzgänge und Entwürfe alternativer Genderkonstruktionen, mit denen Monika Treut in Filmen wie „Die Jungfrauenmaschine“ und „Gendernauts“ provokant und subversiv spielt. Ihre zahlreichen Spiel- und Dokumentarfilme erhielten Preise in Italien, England, Brasilien, Griechenland und Deutschland und wurden auf der ganzen Welt mit Retrospektiven gewürdigt. Monika Treut lebt in Hamburg und hier ist auch der Sitz ihrer Firma „Hyena Films“, die sie 1984 zusammen mit Elfi Mikesch gegründet hat. Zwischen den Filmen unterrichtet die Regisseurin an Universitäten in Kalifornien und New York, wo sie auch von 1989 bis 1992 lebte. „My Father Is Coming“, in dem sie einen aufregenden und humorvollen Blick auf die sexuelle und erotische unterwelt New York liefert, entstand in dieser Zeit. Programm 1: Gendernauts - Eine Reise durch die Geschlechter Programm 2: Die Jungfrauenmaschine Programm 3: My Father Is Coming Ein Traum in Erdbeerfolie Länderschwerpunkt DDRAm 9. November 1989 fiel die Berliner Mauer, ein Jahr später erfolgte die sogenannte Wiedervereinigung der BRD und der DDR. 40 Jahre lang hatten zwei deutsche Staaten nebeneinander existiert – und in beiden hatten sich eigene politische Systeme und soziale Codes entwickelt. Auch mit dem Thema Homosexualität wurde unterschiedlich umgegangen: Während in der BRD der § 175 in der 1935 von den Nationalsozialisten verschärften Version noch bis 1969 angewendet wurde, wurden in der DDR einvernehmliche homosexuelle Handlungen zwischen Erwachsenen seit Ende der 50er-Jahre nicht mehr strafrechtlich verfolgt. Aber auch wenn es rein rechtlich so aussieht, als sei die DDR der BRD in Sachen gleicher Rechte für Lesben und Schwule einen Schritt voraus gewesen, gab es auch dort Repressionen: Bis weit in die 80er-Jahre wurden homosexuelle Männer wie Frauen von der Stasi überwacht – und es wurde versucht, sie von ihrem „Lebenswandel“ abzubringen, denn Homosexualität vertrug sich offenkundig nicht mit dem sozialistischen Menschenbild.Unser „Länderschwerpunkt DDR“ gewährt Einblicke in das Leben von Schwulen und Lesben in der DDR: In „Das Burlebübele mag i net“ berichten zwei Ikoninnen der Lesbenbewegung aus Ost und West über ihr Leben und die unterschiedlichen Bedingungen für politisches Engagement, in „Herr Schmidt und Herr Friedrich“ wird deutlich, vor welchen Schwierigkeiten man(n) sich wiederfand, wenn die Liebe durch eine scheinbar unüberwindbare Grenze gestört wurde, und in „Ein Traum in Erdbeerfolie“ wird die aufmüpfige Underground-Fashion-Szene Ostberlins porträtiert. Programm 1: Herr Schmidt und Herr Friedrich Programm 2: Ein Traum in Erdbeerfolie - Comrade Couture Programm 3: Das Burlebübele mag i net ![]() Gang Meeting - The Chubsters kommen nach Hamburg!Freut euch auf eine Veranstaltung der besonderen Art: Gemeinsam mit Bildwechsel haben wir die Londoner Chubsters* eingeladen: Charlotte „The Beefer“ Cooper ist Journalistin, Autorin, Aktivistin, Akademikerin und Boss der Chubsters – einer radikal queeren Girlgang, deren Anliegen Body Politics und Fat Politics sind. Charlotte und ihre Gang werden uns durch einen wunderbaren aktivistischen Abend mit Kurzfilmen und Geschichten führen. Kommt, werdet Bandenmitglied, lasst euch mitreißen und inspirieren von den Aktionen der Chubsters und anderer spannender DIY-Gruppen – und seid gespannt auf die eigens für das Meeting eingesandten Videos sowie Archivschätze von Bildwechsel! clg * Die Chubsters haben sich die eigentlich negative Bezeichnung „chubby“ (= pummelig) angeeignet und sie positiv und radikal für sich umgedeutet. www.chubstergang.com | www.charlottecooper.net Programm: Gang meeting - The Chubsters kommen nach Hamburg!Two Steps Forward, One Step Back? (Süd-)Osteuropäisches FestivaltreffenIn den letzten Jahren hörte man wenig Erfreuliches aus (Süd-)Osteuropa, wenn es um lesbisch-schwule Veranstaltungen ging. Der Baltic Pride in Riga konnte erst in letzter Minute stattfinden. Das Queer Film Festival Sarajevo musste nach dem Eröffnungsabend wegen gewalttätiger Proteste abgebrochen werden. Andererseits gibt es in Tschechien seit 2006 die Registrované Partnerství (eingetragene Partnerschaft), und das Mezipatra Queer Film Festival feiert 2009 sein zehntes Jubiläum. Die Filmtage nutzen die Anwesenheit einiger der Organisator_innen queerer Kulturfestivals beim European Queer Film and Arts Festival Meeting (EQFAF-Meeting) in Hamburg, um die Situation mit denjenigen zu diskutieren, die wirklich dabei sind - u.a. Andrejs Visockis, LGBT Film Days Riga/Lettland Zur Einleitung zeigen wir die Kurzdokumentation Queer Sarajevo Festival 2008 über die Hintergründe des Festivalabbruchs im vergangenen Jahr. Programm: Two Steps Forward, One Step Back?präsentiert von Amnesty International MERSI Hamburg ![]() Coco Rosie Resilience. Queers In Music Video 1979-2009Es 20 Jahre Lesbisch Schwule Filmtage, 30 Jahre Musikvideokultur und 40 Jahre seit den Stonewall Riots – höchste Zeit für eine queere Musikclip-Anthologie! „Resilience” steht hier für viel mehr als die Fähigkeit zum Widerstand: Es bedeutet, Kraft aus der eigenen Unangepasstheit zu beziehen – und die Freiheit selbstbewusster queerer Identitäten und individueller Sexualitäten als starke Basis für kreative Prozesse zu nutzen, die sich innerhalb und mit Mitteln des Mediums Musikvideo gegen Diskriminierungen und Repression zur Wehr setzen. Die hier zusammengestellte Kollektion be- wie aufrührender Musikclips aus den letzten 30 Jahren zeigt sowohl Videos, die sich vielleicht queerer Performances nur bedienen, um die Aufmerksamkeit des Publikums zu gewinnen, als auch solche, die Klänge und Visionen verbinden, um die unzähligen Divergenzen von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender und Intersexuellen aufzugreifen. Dabei werden Widersprüche begrüßt und lustvoll, wuchtig, witzig und sexy als Widerständigkeit gegen Homo- und Transphobie wie auch die Engstirnigkeit des Mainstreams umgesetzt. „Resilience“ feiert queere Vielfalt – laut & knallbunt! Freut euch auf Musikvideos u.a. von den Regisseur_innen: Jonas Åkerlund (für Rammstein), Arni & Kinski und Sigur Rós (für Sigur Rós), Sharon Berkal (für Revolverheld), Kevin Bray (für Me‘shell NdegéOcello), Jonathan Dayton & Valerie Faris (für Macy Gray), Courtney Fathom Sell (für Xiu Xiu), Heidi Kilpeläinen (für HK 119), Samara Liu (für The Organ), Whitey McConnaughy (für Gossip), Erwin Olaf (für Mathilde Santing), Jesse Peretz (für Foo Fighters), Kai Regan (für CocoRosie), Johan Renck (für The Knife) und Bernard Rose (für Frankie goes to Hollywood). er/ku/cr Programm: Resilience. Queers In Music Video 1979-2009präsentiert von Amnesty International MERSI Hamburg ![]() PornVor zwei Jahren war „Superfreak“ heiß umstritten, in diesem Jahr zeigen wir die neueste Queerporn-Produktion der Regisseurin Shine Louise Houston. Nach jahrelanger Arbeit bei „Good Vibrations“, einem feministischen Sexshop in San Francisco, gründete Houston vor einigen Jahren die Firma „Pink and White Productions“, um selbst queere Pornos zu drehen. „There is power in creating images, and for women of color and queer to take that power ... I don‘t find it exploitative; I think it‘s necessary.“ In „Champion“ sieht sich Kampfsportlerin Jessie (sexy gespielt von Syd Blakovich) mit der Homophobie in der Kampfsportszene konfrontiert und verliebt sich gleichzeitig in ihre Gegnerin im Ring. Bebildert wird dies mit ausführlichem und explizitem Sex, mit Ekstase und Orgasmen, interessanten und fingerfertigen Handtechniken und ausdauernden, sehr leidenschaftlichen Kuss- und Leckszenen. Macht euch selbst ein Bild, ob dieser Film die gemeinsame (Schau-)Lust im Kino fördert, ob es eine queere Sexästhetik gibt, die subversiv, sexy und notwendig ist, und ob ihr nach dem Film gleich eine_n mit nach Hause nehmt oder zur Diskussion mit der Regisseurin im Kino bleibt! (Exklusiv für Frauen und Transpeople!) aha Programm: Champion 25 Jahre IKKFDas Internationale KurzFilmFestival Hamburg (IKFF) kommt zum LSF und hat einen Kessel bunter Filme im Gepäck. Immer mit geübtem Blick auf das Publikum und seine Reaktionen wird man sich ebenso live wie spontan um Steigerungen bemühen – in beide Richtungen. Wunderbare Hamburger Miniaturen wie Ewjenia Tsananas ganz oben oder schwedische GirL Power von Per Carleson (einst bei den LSF prämiert) warten schon eingepackt zwischen weiteren Preziosen aus den Archivbeständen. Während die zwei unbescheidenen VJs ihren eigenen Erfahrungsschatz auszugraben suchen, soll die ins Haar gesteckte (und geweihte) Myrte nur von zweierlei ablenken: Es ist keine Trash-Nite (die feiert 2010 ihr 20stes), wird aber trotzdem komisch. Es ist gar keine Myrte. Eventuell Walzer üben! Das IKFF, das im Juni 2009 seine 25. Ausgabe beging, wünscht den Macher_innen der Lesbisch Schwulen Filmtage viel Erfolg für ihr Jubiläum und darüber hinaus. Programm: 25 Jahre IKKF |



