Highlights 2016

Eröffnung - Hit in der Mitte - Matinee - Family Shorts - Gastprogramme - Abschlussfilm - Abschlussgala - Special - Ausstellung


Adele Weiss

Eröffnung - Gala und Film

Die Eröffnungsgala wird in Gebärdensprache gedolmetscht.

Wenn Kampnagel noch einen Tick mehr glitzert als sonst schon, dann starten die Filmtage. In diesem Jahr freuen wir uns besonders auf Prof. Dr. Adele Weiß. Die emeritierte Professorin für Kosmologie, Ornithologie und angewandte Phänomenologie wird uns queeren Schwarm durch eine betörende Eröffnungsgala geleiten.

Wir feiern die Eröffnung der Filmtage auf Kampnagel am Dienstag, 18. Oktober um 19.30 Uhr. Der Einlass ins Foyer beginnt um 18.30 Uhr.

Es empfiehlt sich, Karten für die Eröffnungsgala im Vorverkauf zu besorgen!

Eröffnungsfilm

Kiki

Grandma

Dann starten wir gleich zu Beginn des Festivals mit einem beeindruckenden Beispiel für solidarisches Bandenbilden: 25 Jahre nachdem der mittlerweile zum Queer Cinema Klassiker gewordene Film „Paris is Burning“ der Welt den Blick in die New Yorker Ballroomszene ermöglicht hat, führt „Kiki“ zurück in die schillernden Voguing-Houses von Harlem. Die gewachsenen Strukturen stellen einen wichtigen Ort für viele queere Jugendliche of Color dar. Überlebenswichtig, wie Gia, Chi Chi und die anderen Protagonist_innen schnell deutlich machen: Trotz vieler gesellschaftlicher Veränderungen sind schwarze und Latin@-LGBTIQ auch heute noch in weitaus höherer Gefahr, Opfer von (Polizei-)Gewalt und Obdachlosigkeit zu werden. Die schwedische Filmemacherin Sara Jordenö und ihr Co-Autor, die „House-Mother“ Twiggy Pucci Garçon, haben „Kiki“ ganz nach dem Motto der Szene „Not about us without us“ gemacht. In spektakulären Szenen von den Ballroom-Competitions mit unglaub­lichen Kostümen und Auftritten, untermalt von mit­reißender Musik, zeigt „Kiki“ eine eindringliche Innenansicht der jungen Voguing-Szene. Allen Schwierigkeiten zum Trotz fordert die neue Generation selbstbewusst ihre Rechte ein und strahlt nicht nur auf dem Runway. Dafür wurde „Kiki“ nicht nur mit dem Doku-Teddy-Award, sondern auch mit dem ersten Debütfilmpreis aller deutschen QueerScope-Festivals ausgezeichnet.

Chi Chi Mizrahi ist anwesend.


Termin:
Kampnagel
, Dienstag 18.10., Einlass ins Foyer ab 18.30 Uhr, Beginn 19.30 Uhr



Hit in der Mitte

Transit Havana

Stories Of Our Lives

In Kuba ist Revolution. Doch ist es diesmal eine sexuelle. Unter der Fahne der sozialistischen Idee hat Mariela Castro, Tochter von Präsident Raúl, ein Programm ins Leben gerufen, das sich für die Rechte von Transgender einsetzt und unter anderem geschlechtsangleichende Operationen staatlich fördert. Alljährlich lädt Castro dafür Topchirurgen aus Belgien und den Niederlanden ein. Da die Plätze begrenzt sind und scheinbar willkürlich vergeben werden, müssen viele von Jahr zu Jahr aufs Neue um ihr Glück bangen. So auch Malú, Odette und Juani. Mehr als ein Jahr haben die Filmemacher Daniel Abma und Alex Bakker die Protagonist_innen begleitet und zeigen, wie die „neuen Helden“ Kubas den Herausforderungen des Lebens als Trans*Personen begegnen und auf die mitunter lebensrettende Operation hoffen. Die einfühlsame Dokumentation fängt neben den teilweise sehr intimen Momenten der sich in Transition befindenden Protagonist_innen auch ein, wie sehr sich das Land selbst im Wandel befindet. Sie formt ganz nebenbei ein Porträt Kubas, das sich nicht zuletzt seit der Lockerung des US-Embargos den eigenen Widersprüchlichkeiten gegenüber sieht und seine Potentiale neu ausloten muss. lsProtagonist Juani Santos Pérez ist angefragt.


Termin:
Passage 1
, Donnerstag 20.10., 20.00 Uhr



Matinee

Girls will be Boys

A Esconidas

Zur Auswahl der Filmraritäten für die Matinee hat sich seit Jahren die Zusammenarbeit mit dem Cinefest bewährt. Zum diesjährigen Cinefest-Thema „Gebrochene Sprache – Filmautoren und Schriftsteller des Exils“ fiel die Wahl schnell auf die herrliche Komödie „Girls Will Be Boys“, basierend auf einer Erzählung von Kurt Siodmak, der 1937 in die USA übersiedelte. Dieser in Großbritan­nien gedrehte Film, der nie offiziell in Deutschland veröffentlicht wurde, ist auch der erste Film der Hamburger Schauspielerin Dolly Hass („Der Page im Dalmasse-Hotel“, LSF-Matinee 2015) im britischen Exil. Sie verließ Deutschland wegen des Skandals bei der Erstaufführung von „Das hässliche Mädchen“ (1933): Bei der Premiere wurden Eier auf die Bühne geworfen, auf ihren Kollegen Max Hansen gerichtet, der als „zu jüdisch“ beschimpft wurde. In „Girls Will Be Boys“ beginnt alles mit einem Brief, den Patricia Caverley (Dolly Haas) an ihren Großvater, den Duke of Bridgewater, verfasst und mit „Pat“ unterschreibt. Ihr Großvater ist sofort aus dem Häuschen doch einen rechtmäßigen, da männlichen Erben zu haben und schickt seine Sekretärin zu „Pat“. Als diese Patricia von den Erwartungen ihres Großvaters berichtet, fühlt sich die Schauspielerin herausgefordert und beschließt ihre Haare abzuschneiden und sich einen Anzug anzuziehen, um ihre Erbschaft anzutreten. Mit einer kurzen Einführung von Erika Wottrich (Cinefest).

Dazu ein Leckerli: Ab 10.30 Uhr gibt es frisch gebrühten Kaffee und ein „Häppchen Frühstück“.

www.anke-feja-biokochen.de

Termin:
Metropolis
, Sonntag 23.10., 11.00 Uhr


 

Family Shorts

Maly CousteauIn Zusammenarbeit mit Mo & Friese, dem fantastischen Hamburger Kinderkurzfilmfestival, haben wir wieder tolle Filme aus 5 Ländern, die wir euch präsentieren möchten! Unsere Kinderjury hat dieses Programm maßgeblich mitgestaltet. (empfohlen ab sechs Jahren)

Los geht es mit BAT TIME, der kleinen Fledermaus, die auf der Suche nach einer Freund_in zum Spielen ist. Die KRAKE will einen Zitronenkuchen backen, aber einer ihrer Arme hat Lust auf Schokolade. Für Schokolade wagt ZIAZAN sogar eine Reise über die Grenze ins Nachbarland. Alle im Dorf haben Angst vor dem großen grauen Wolf – außer einem Mädchen. Es füttert ihn mit MULTBEEREN-Pfannkuchen. KOPF HOCH, sagt die große Ziege – aber die kleine Ziege hat ihren eigenen Kopf. Es dauert bis das Geld für den größten Wunsch, ein FAHRRAD, zusammen­gespart ist – doch dann ist es plötzlich im Sonder­angebot. Der WOLF hat ein heimliches Hobby und sucht sich ein ungestörtes Plätzchen. CHIKA, DIE HÜNDIN AUS DEM GHETTO darf nicht bei Mikasch bleiben, der gerade Pfeifen gelernt hat und in ONE TWO TREE will ein Baum auch mal etwas Anderes sehen und begibt sich auf ein Abenteuer, das ihn nachhaltig verändert.

Eintritt frei für Kinder & Jugendliche bis 14 Jahre in Begleitung von Erwachsenen

Termin:
Metropolis, Samstag 22.10., 13.00 Uhr



Gastprogramme

My german boyfriendBE/LONGING Diasporic Queer Lenses in Canada


Ein Gastprogramm mit sieben Kurzfilmen aus den Archiven der Queer Media Database Canada-Quebec, das die verworrenen Wünsche und Erfahrungen der queeren Diaspora offenbart.Der Kurator Tom Waugh und die Filmemacher_innen Michelle Mohabeer und Wayne Young sind anwesend.

Termin:
B-Movie, Samstag 22.10., 17:30 Uhr

 

Made in Pakistan

Jurymitglied Saadat Munir stellt eine Auswahl queerer, pakistanischer Kurzfilme vor und lädt das Publikum nach den Filmen dazu ein, mit ihm über das Programm und das bi-nationale Film- und Dialogfestival AKS zu diskutieren. Die Diskussion wird Englisch stattfinden.Eine deutsche Übersetzung kann angeboten werden.

Termin:
B-Movie, Samstag 22.10., 20:15 Uhr



Abschlussfilm

Rara

Rara

Die 12-jährige Sara lebt mit ihrer kleinen Schwester Catalina bei Mama und Lia in einer sonnigen chile­nischen Kleinstadt. Den anstehenden Geburtstag will sie mit einer Party feiern, zumal sie endlich ihre Zahnspange los ist. Aber auch wenn alle kommen wollen, zuhause bei zwei Müttern ist ihr doch etwas ‚rara‘, komisch, außergewöhnlich. Die Schule hat angerufen, als die Schwester die Familie ohne den geschiedenen Vater gemalt hat. Oma macht Andeutungen, es gibt immer mehr Streitereien zwischen den Erwachsenen und jetzt soll sie Psycholog_innen auch noch erzählen, wo sie lieber wohnen möchte. Ja, Papa hat das größere Haus, aber Lia ist Tierärztin und pflegt das gefundene Kätzchen so gut. Wir blicken in das Zentrum eines Sturms, der unkontrollierbar in den Alltag der Heranwachsenden herein fegt. Leicht und beiläufig manchmal, um dann in offene Türen einzufallen und alles zu zerwüten. Regisseurin und Drehbuchautorin Pepa San Martin richtet ihre feine Beobachtungsgabe an Sara aus und macht dadurch begreifbar, wie abstrakte Rechtsentscheidungen Bindungen brechen können. Inspiration des Films ist ein wahrer Fall, der mit einem Skandal-Urteil endete. „Rara“ zeigt einfühlsam das Davor.

Termin:
Passage 1
, Sonntag 23.10., 17.30 Uhr




Abschlussgala
Abschluss

Wie hat das Publikum abgestimmt? Welchen Film fand die Jury auszeichnenswert? Waren das auch eure Lieblingsfilme? Das alles könnt ihr bei unserer Abschlussgala erfahren! Nach einem Empfang mit Freigetränken an der Metropolis Bar, freuen wir uns, euch zur Preisverleihung zu begrüßen. Ihr erfahrt, welches die sieben preisgekrönten Filme der 27. Lesbisch Schwulen Filmtage sind und werdet einige ihrer Macher_innen kennenlernen, mit denen ihr danach am Tresen über ihre Filme diskutieren könnt. Wir zeigen euch die Gewinnerkurzfilme unserer drei URSULA Kurzfilmpreise und des MADE IN GERMANY sowie Ausschnitte der Langfilmpreise DOKULA, GLOBOLA und des Jurypreises. Macht euch auf die ein oder andere Überraschung gefasst.


Termin:
Metropolis
, Sonntag 23.10., 21.00 Uhr - Empfang ab 20:00 Uhr in der Bar Metropolis

 




Special - Shifts In Queer Living: the NEST Arts Collective
Special - Shifts in queer living

Eine Kultur der Unterdrückung gibt es nicht nur in Afrika. Probleme der Sichtbarkeit und Selbstdarstellung gibt es ebenso in Hamburg. Die Darstellung von queeren Personen durch queere Personen begann in Kenia vor einem Jahrzehnt und das NEST Arts Collective hat einen großen Beitrag zum neu Lesen und Sehen queerer Identitäten geleistet. Die Filmausschnitte sind Beispiele für Erzählungen diverser „queer futures“.Nach der Vorführung werden Njoki Ngumi und ­Sybille Bauriedl mit dem Publikum über Verschie­bungen im queeren Leben in Nairobi und im ­Vergleich dazu auch in Hamburg diskutieren. Die Diskussion wird auf Englisch sein. Eine deutsche Übersetzung kann angeboten werden.

Njoki Ngumi ist in diesem Jahr Jurymitglied und Mitglied des NEST Arts Collective, deren Film „Stories of Our Lives“ 2015 den Jurypreis bei den Filmtagen gewann. Sie ist auch auf Twitter – sagt ihr hallo @njokingumi! Sybille Bauriedl ist seit vielen Jahren am feministischen und queeren Aktivismus in Hamburg beteiligt und arbeitet als Sozialwissenschaftlerin zu Queerness und African-Futures mit Forschungsschwerpunkt auf Kenia.

 

Termin:
B-Movie
, Freitag 21.10., 20.15 Uhr




Ausstellung
Ausstellung Queer Video Art Exhibition

Queer Video Art Exhibition —MATERIAL, GRRRL!

Eintritt frei

In Kooperation mit dem hinterconti e.V. experimentieren wir dieses Jahr und zeigen drei aktuelle, spannende Videoarbeiten außerhalb der Kinos. Die besondere Qualität, die die Videos vereinen, liegt in der Vielfältigkeit und der Kombination von Materialien, mit denen die Künstler_innen arbeiten. Die spürbare Lust am Handwerk des Videomachens überträgt sich auf die Betrachter_innen. Dabei sind die Arbeiten formal so vielschichtig, dass sich beim wiederholten Ansehen immer wieder neue Aspekte entdecken lassen. Der Rahmen einer Ausstellung scheint ein passender Ort zu sein. Oder fehlt der Kinosaal? Vielleicht haben die drei Videos auch mehr gemeinsam, als nur ihr reichhaltiges Material? Grrrl!? COOL FOR YOU ist das Musik-/Performanceprojekt der Berliner Künstlerin Vika Kirchenbauer. Im Musik­video She Whose Blood Is Clotting In My Underwear schauen wir durch eine Wärmebildkamera auf zwei lustvoll verschlungene Körper, oder eher durch die Körper. Der eindringliche Sound lässt diesen intimen und privilegierten Blick zu einem ganz­­­-körper­lichen Erlebnis werden. „Eine kaleidoskopische Suche nach Begehren, gefan­gen in einem Vulkan.“ Der kanadische Videoküns­tler Daniel McIntyre hat Famous Diamonds, wie viele seiner Arbeiten (auch unseren diesjährigen Festival­trailer), handgemacht. Mit Farben auf Zelluloid gemalt, Schattierungen und Tönungsmittel per Hand aufgetragen und anschließend entwickelt, sind McInytres Arbeiten von einer ganz eigenen Handschrift geprägt. „Wir müssen träumen und neue Wege finden in der Welt zu sein“ schreibt José Esteban Munoz in „Cruising Utopia“. Allyson Mitchell und Deirdre Logue antworten in ihrem Video Hers is Still a Dank Cave: Crawling Toward a Queer Horizon auf diesen Vorschlag und erwecken mit Greenscreen, Gestricktem und ihren Katzen eine alltägliche feministische Utopie zum Leben. „Diese neue Welt ist kein weit entfernter, funkelnder Planet ... Sie ist im Hier und Jetzt, wo wir bereits leben.“

Bei der Vernissage ist Daniel McIntyre anwesend.


Termin:
hinterconti e.V., Marktstr. 40A, 20357 Hamburg

Vernissage: Donnerstag 20.10., 16.00 Uhr

 

Öffnungszeiten:

Do, 20.10., 16.00 – 20.00 Uhr

Fr, 21.10., 14.00 – 23.00 Uhr (Bar ab 20 Uhr)

Sa, 22.10., 14.00 – 20.00 Uhr

So.,23.10.,14.00 – 18.00 Uhr





 
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